Die 5 Phasen der Veränderung

Mit Loriot durch jede einzelne Phase

Jede Krise bedeutet Veränderung, doch warum nicht mit etwas Humor?

Die 5 Phasen der Veränderung – das klingt jetzt schon wieder so nach dunkel-düsterer Auflistung aller Täler, die wir in Zeiten von Krisen durchschreiten müssen.

Keine Angst! Jetzt folgt nicht der x-te Artikel zur Corona-Krise und welche Hacks und Tipps Sie so alles brauchen, um dadurch zu gehen. Das haben andere schon zur Genüge geschrieben. Aber ehrlich gesagt: Ich kann es so langsam nicht mehr hören bzw. sehen oder lesen! Sie nicht auch?

Blöd nur, wenn man selber schreibt. Da ist es ganz schön schwer, die Balance zu finden zwischen dem aktuellen Zeitgeschehen und dem Wunsch, seinen Lesern auch mal neue Themen zu bieten.

Also gibt es heute aus Anlass des aktuellen Zeitgeschehens, dass Krisen Veränderung bedeuten, einmal eine etwas andere Perspektive auf das Thema „Veränderung“. Und da nichts so beständig ist, wie die Veränderung, gilt diese Betrachtung auch weit über die aktuelle Krise hinaus.

Die 5 Phasen der Veränderung

Kurze Theorie der 5 Phasen der Veränderung

Phasenmodelle gibt es viele. Im Change-Management findet sich z.B. der Klassiker des 3 Phasen Modells nach Kurt Levin (Unfreezing, Changing, Refreezing sowie die beteiligten widerstrebenden und antreibenden Kräfte).

Ebenso verwendet die Wissenschaft die 8 Phasen nach Kotter oder das 5 Phasenmodell nach Krüger zum Thema Wandlungsmanagement in Unternehmen. Und zu guter Letzt sei noch das 7 Phasenmodell nach Streich genannt, in dem es um die emotionalen Reaktionen auf Veränderungen geht. Dabei baut Streich auf dem Modell von Dr. Elisabeth Kübler-Ross auf.

Die Schweizer Psychologin und Forscherin zur Sterbebegleitung formulierte 1969 fünf Sterbephasen, die von schwerkranken Menschen durchlaufen wurden. Der Anwendungsbereich dieses Modells wird allerdings mittlerweile breiter gefasst. Heute ist es ein gängiges Instrument im Umgang mit Veränderungsprozessen.

Auch ich lehne mich an das Modell von Kübler-Ross an und betrachte die 5 Phasen der Veränderung, die auf einer Zeitachse verlaufen und während dieser Zeit jeweils unterschiedliches Empfinden von Selbstwirksamkeit generieren.

Wie angekündigt geschieht diese Betrachtung anhand bekannter Figuren von Loriot und deren Zitaten, um dem Thema Veränderung einmal mit einer wohltuenden Prise feinsinnigen Humors zu begegnen.

 

Loriot: Die Ente

Die 5 Phasen der Veränderung bei Herrn Müller-Lüdenscheidt, Herrn Dr. Klöbner & Co

Diese beiden Herren vom Titelbild bekämen derzeit ein Bußgeld aufgebrummt, denn da fehlt der Mindestabstand von 1,50m. Doch in dem berühmten Sketch mit der Ente haben die beiden auch andere Sorgen. Allerdings geht es dort eher um männliche Machtspielchen als um Veränderung, die wahrscheinlich eh keiner von beiden respektieren könnte.

In der Reihe berühmter Loriot-Figuren dürfen sie jedoch nicht fehlen, und deshalb gestalten Sie die Einleitung mit zum Thema „Die 5 Phasen der Veränderung – frei nach Loriot“.

 

Ich wohne hier!

“Was machst Du denn hier?“ – „Ich wohne hier!“ – „Aber doch nicht jetzt, um diese Zeit!“

Homeoffice

Dieser Satz aus dem Film „Pappa Ante Portas“(1991) ist mittlerweile einer der Klassiker der Loriot-Zitate. Und er war der Anlass für mich, diesen Artikel zu schreiben!

Denn genauso gestaltete sich vor 2 Wochen bei uns zu Hause der Dialog, als mein Mann nach der Homeoffice-Anweisung seines Arbeitgebers ebenfalls zur „Unzeit“ plötzlich im Wohnzimmer stand. Und das war sicher nicht nur bei uns so… .

Begeben wir uns also nun in die Welt der Protagonisten von Loriot und schauen einmal, wie sie die 5 Phasen der Veränderung meistern.

 

Ich kaufe hier ein!

Phase 1: „Verleugnung“

“stimmt überhaupt nicht!“

Bleiben wir noch ein wenig bei Herrn Lohse aus dem Film „Pappa ante Portas“. Auch für ihn ergab sich ja mit der Frühpensionierung eine Veränderung.

Die erste von 5 Phasen der Veränderung zeigt sich wunderschön in einer Szene des Films, die ebenfalls ein berühmtes Bonmot hervorbrachte: „Mein Name ist Lohse. Ich kaufe hier ein!“

Heinrich Lohse, der ehemalige Einkaufsdirektor bei der „Deutschen Röhren AG“ sieht sich immer noch in seiner Industrie-Welt – auch wenn er nur ein Glas Senf kaufen soll.

Weil Veränderungen, wenn sie plötzlich auf uns einstürmen, zunächst einmal Angst machen, steht am Beginn der 5 Phasen der Veränderung logischerweise die Leugnung.

Die Selbstwirksamkeit ist leicht unter dem Normalmaß, denn wer leugnet, fühlt sich im Grunde hilflos. Auch wenn er es nicht zugibt, sondern sein Handeln für normal hält.

 

Phase 2: „Ablehnung“

“nicht mit mir!“

Die gleiche Szene – ein paar Sätze weiter.

Die Inhaberin des kleinen Ladens, in dem Herr Lohse einkauft, zeigt sich allerdings völlig unbeeindruckt von seiner pompösen Vorstellung. Genervt konfrontiert sie ihn mit den Notwendigkeiten der Wirklichkeit: „Und vielleicht sagen Sie mir auch, WAS es sein soll?“.

Da reagiert er zutiefst ablehnend und verharrt in seinem Direktorengehabe: “In diesem Ton kommen wir nicht ins Geschäft.“

Er reagiert mit Wut darauf, dass seine bisherige Attitude in dieser neuen Welt so gar nicht weiterhilft. In seiner Hilflosigkeit, und weil er nichts Anderes kann, arbeitet er in diesem kleinen Tante-Emma-Laden den Prozess dann wie ein Großeinkäufer ab.

Das Gefühl der Selbstwirksamkeit erfährt in dieser Phase einen recht hohen Anstieg, da Wut auch Energie verleiht. Man fühlt sich stark und „handelt“, auch wenn man nicht sieht, dass dieses „Handeln“ im Grunde kontraproduktiv ist.

 

Autorenlesung

Phase 3: „Verhandeln“

“na gut, aber nur wenn…“

Wir sind immer noch im gleichen Film. Inzwischen ist etwas Zeit vergangen, und auch Herr Lohse hat verstanden, dass er eine neue Tätigkeit hat:  „Es ist eine neue, mehr ins Private zielende Tätigkeit.“

So ein bisschen lebt er sein Manager-Gebahren allerdings noch aus, indem er seiner Frau Renate, die bisher ihr Leben prima im Griff hatte, nun einmal zeigt, wie man einen Haushalt organisiert.

Und auch die Freizeit verbringt man gemeinsam, zum Beispiel bei einer abendlichen Autorenlesung: Krawehl, krawehl! Taubtrüber Ginst am Musenhain, Trübtauber Hain am Musenginst. Krawehl, krawehl!“

Ich gebe es zu: Das ist meine absolute Lieblingsszene! Und mittlerweile ist „Krawehl“ in unserem Haushalt auch ein geflügeltes Wort geworden. Wenn es – vor allem meinem technikaffinen Mann – dann in einigen Bereichen doch zu psychologisch wird, dann ist für ihn der „Krawehlitäts-Faktor stark erhöht“.

In der dritten Stufe der 5 Phasen der Veränderung hat man sich demnach vermeintlich mit der Situation arrangiert. Die Veränderung wird gesehen, aber noch mit ein paar persönlichen Dingen aus der Vergangenheit „aufgehübscht“. Das Selbstwirksamkeit-Empfinden ist daher fast im Normalbereich.

 

Wir hätten gern das aschgrau!

Phase 4: „Depression“

“ist doch eh sinnlos!“

Für die Nummer 4 der 5 Phasen der Veränderung wechseln wir nun in den anderen Film von Loriot „Ödipussi“ (1988).

Hauptfigur hier ist Paul Winkelmann, der Geschäftsführer des Stoff- und Möbelgeschäftes „Winkelmann und Sohn“, der immer noch stark unter dem Einfluss seiner herrischen Mutter Louise steht.

Gemeinsam mit der Diplom-Psychologin Margarethe Tietze besucht er deren Patienten, das Ehepaar Melzer. Diese beiden sind es auch, die sich gegen jeden Versuch der ambitionierten Psychologin wehren, etwas (farbige) Veränderung in ihr Leben zu bringen.

In diesem von Tristesse triefenden schwarz-grauen Wohnzimmer laufen die Bemühungen der Psychologin ins Leere, während Herr Winkelmann geschäftstüchtig die Wünsche der Kunden nach Grautönen sofort heraushört. Entgegen jedem zuvor besprochenen Therapieansatz breitet er umgehend eine Stoffpallette unterschiedlichster Grautöne vor dem Ehepaar aus.

Nach kurzem Disput zwischen Winkelmann und Tietze im schlammigen Blumenbeet vor der Tür endet die Szene mit dem Satz des depressiven Ehepaares: „Wir hätten gern das aschgrau“.

Die Selbstwirksamkeit ist hier im Keller, jede Art von Veränderung ist in dieser Phase nicht einmal vorstellbar.

Aber zum Glück finden die allermeisten Menschen aus dieser Phase auch wieder hinaus und gelangen dann in die

 

Das Jodeldiplom

5. Phase: „Akzeptanz“

o.k., könnte klappen“

Wir sind angelangt am Ende der 5 Phasen der Veränderung. Und natürlich darf Sie nicht fehlen – Frau Hoppenstedt und ihr Jodeldiplom!

Ihr ist klar, dass Dicki, den wir aus der Folge „Weihnachten bei Hoppenstedt“ kennen, eines Tages das Haus verlassen wird. Sie akzeptiert die anstehende Veränderung und passt sich ihr an:

“Da hab ich was in der Hand. Und ich habe als Frau das Gefühl, dass ich auf eigenen Füßen stehe. Da hab ich was Eigenes. Da hab ich mein Jodeldiplom.“

Dementsprechend hoch ist am Ende der 5 Phasen der Veränderung dann wieder das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Im Gegensatz zu Phase 2, der Ablehnung, ist diese Selbstwirksamkeit jedoch konstruktiv und arbeitet zielführend auf die Integration der Veränderung hin.

 

Blick in den Spiegel

Schauen wir in den Spiegel

Was ist mit Ihnen?

Wollen Sie doch noch ein wenig mehr über Selbstmanagement in Krisensituationen wissen?

Wie gehen Sie gerade mit der Veränderung um, der wir uns alle gegenübersehen?

In welcher der Phasen sind Sie gerade? Vielleicht in Phase 2 und sagen ähnliche Sätze wie “Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!“?

Oder trauern Sie gemäß Phase 4 wie Opa Hoppenstedt dem nach, was unwiederbringlich vorüber ist: “Früher war mehr Lametta!“?

Dann machen Sie den ersten Schritt und holen sich das Geschenk (oben am Bildschirmrand): Die Achtsame Tagesplanung als pdf! Gerade in Zeiten wie diesen hilft es sehr,  jeden Tag ganz unkompliziert kurz seine Gedanken zu notieren.

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