Genug gejammert!

Februarthema „Annehmen“

5 Dinge, deren Annehmen sofort befreit

 

1. Ärger über Kleinigkeiten

Ich bin mächtig stolz auf diese Widmung der von mir hochverehrten Sabine Asgodom in meinem Exemplar ihres Buches „Genug gejammert! Wie das Leben mehr Spaß macht“

Wie Sie sehen, ist dies nun bald 14 Jahre her, aber ich erinnere mich noch wie heute an diesen Tag:

Ich war damals Personalreferentin in einem Koblenzer Industrieunternehmen, und wir hatten im Rahmen unseres Führungskräftetrainings einen Vortrag von Sabine Asgodom in unseren Räumen organisiert. Etwas vor dem Termin traf Frau Asgodom ein, und es war meine Aufgabe, mich bis zum Beginn der Veranstaltung um sie zu kümmern. Welch eine Ehre!

Ich ging mit ihr in unserer Kantine einen Kaffee trinken. In der Auslage befand sich noch EIN Stück Kirschstreusel, den ich für mein Leben gerne esse. Und so hatte ich bereits ein Auge darauf geworfen. Höflich ließ ich jedoch Sabine Asgodom den Vortritt – und sie wählte genau dieses letzte Stück Kirschstreusel!

Kurz, wirklich ganz kurz nur, flammte leiser Ärger in mir auf. Doch dann schmunzelte ich in mich hinein: was war ein Stück Kirschstreusel gegen eine Dreiviertelstunde Sabine Asgodom ganz exklusiv nur für mich plus persönlicher Widmung in meinem Exemplar von „Genug gejammert!“…?!

 

Papierknäuel wegen Fehlern und Jammern über Fehler

2. Fehler

Ein paar Jahre weiter; ein anderes Unternehmen. Mittlerweile war ich Personalleiterin und gerade in einem unserer Werke knapp 500km entfernt auf Dienstreise.

Es hatte schnell gehen müssen; und kurz nach der Ankunft fielen mir noch die Monatszahlen ein, die an den Führungskreis rausmussten. Also schickte ich die Dateien eben von dort aus noch schnell an den entsprechenden Verteiler.

Keine 5 Minuten später klingelte mein Handy. Es war der Geschäftsführer persönlich! Und er regte sich so auf, dass ich ihn auch ohne Telefon über die Distanz gehört hätte: Ich hatte vergessen, ihm die Zahlen vorab zu schicken!

Mist!! Doch er hatte ja Recht. Also sagte ich nur: „Sie haben Recht, das war blöd, aber ich habe einfach nicht dran gedacht.“

Seine Reaktion werde ich niemals vergessen: Im Bruchteil von Sekunden legte er den Schalter um und sagte vollkommen ruhig und freundlich: „O.k., das passiert. Denken Sie nächstes Mal bitte wieder dran.“

Hätte ich mich herausgeredet, irgendwelche Ausflüchte präsentiert oder gejammert, wäre seine Reaktion definitiv anders ausgefallen.

Seitdem gehe ich anders mit Fehlern um, sowohl bei mir als auch bei anderen. (Und ich habe nie wieder Zahlen herausgeschickt, die vorher nicht von der Geschäftsleitung freigegeben wurden.)

 

Jammern weil nicht jeder so ist wie ich

3. Die Menschen sind unterschiedlich

In meinem Bekanntenkreis gibt es jemanden, der immer dann, wenn er etwas hört oder sieht, was nicht zu seiner eigenen Denk- und Lebensweise passt, sagt: „Was die Welt nicht braucht!“

Wenn ich das mitkriege, dann frage ich ihn, ob er denn meint, er sei „die Welt“? Mit dieser Frage kann er nicht viel anfangen. Und ich belasse es dann auch bei dieser einen Frage.

Würde ich nämlich nun versuchen, ihn zu einer anderen Haltung zu bewegen, würde ich seine Unterschiedlichkeit ja ebenfalls nicht akzeptieren.

Dabei heißt akzeptieren nicht zwingend „gut heißen“. Man kann seine Position klar zum Ausdruck bringen, wie z.B. mit der obigen Frage, aber dann sollte man loslassen – sofern nicht Leib und Leben bedroht sind.

 

Genug gejammert, wenn der Stau schon da ist

4. Dinge, die ich nicht ändern kann

Diesen Stau auf der A61 kurz vor dem Kreuz Meckenheim habe ich bereits öfters erwähnt, im Blog oder im Newsletter. Aber er barg auch so einiges an Lernerfahrung in sich.

Nachdem ich vergeblich versucht hatte, meinen Mann dazu zu bewegen, die letzte Ausfahrt vor dem Stau von der Autobahn herunterzufahren, standen wir also drin. O.k., den Nörgler „na siehst Du!“, konnte ich mir natürlich nicht verkneifen, aber dann hatte ich auch schon genug gejammert.

Jetzt konnte ich es nicht mehr ändern und lies dann auch los. Hier können Sie nochmal nachlesen, wie ich sogar noch das Beste daraus machte.

Das heißt, wenn Sie in einer misslichen Lage sind, dann prüfen Sie Ihre Optionen. Wenn es etwas zu ändern gibt, dann ändern Sie es. Und wenn nicht, lassen Sie los!

Das ist Hingabe – ein wunderschönes Wort – und nicht zu verwechseln mit Resignation! Denn bei der haben Sie entweder gar nicht erst versucht etwas zu ändern, das Ändern hat nicht funktioniert oder Sie können nicht annehmen, dass Sie nichts ändern können.

Alle drei Optionen sind hier begleitet mit negativen Gefühlen, während Hingabe durch das wertfreie Annehmen positiv besetzt ist.

 

Genug gejammert, wenn ich die Zukunft flexibel sehe

5. Die Zukunft ist nur bedingt planbar

Auch oder gerade weil es bei mindfulnessence um Achtsames Selbstmanagement und das Planen von Zielen geht, ist es ganz wichtig, sich immer wieder eines vor Augen zu führen:

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ (aus dem Lied „Beautiful Boy (Darling Boy)“, geschrieben von John Lennon, 1980)

Wir planen unsere Ziele auf Basis einer bestimmten Vorstellung von Zufriedenheit in den einzelnen Lebensbereichen, die wir mit der Zeit entwickelt haben. Doch das Leben ändert sich, und damit können sich die Parameter dieser Zufriedenheit auch ändern.

Schleichend werden wir immer unzufriedener. Wir finden hier ein Haar in der Suppe und dort etwas, was uns immer mehr stört. Wir ertappen uns plötzlich vermehrt beim Jammern. Spätestens jetzt sollten wir die Bremse „Genug gejammert!“ reinhauen und uns statt dessen auf dem Weg zu unseren Zielen regelmäßig immer wieder zu fragen: „Macht mich das Erreichen des Zieles noch zufrieden?“

Was nutzt mir der angestrebte Bau des eigenen Hauses, wenn sich auf dem Weg dahin mein Partner verabschiedet hat?

Ist eine Führungsposition in meiner Firma noch so erstrebenswert, wenn die Arbeitsbedingungen mir nicht wirklich guttun?

Hier immer mal wieder inne zu halten und zu schauen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist, erweist sich als hilfreich. Nutzen Sie daher in Ihrer Planung regelmäßig wöchentliche und monatliche Reviews!

 

Genug gejammert und raus aus dem Jammertal

Raus aus dem Jammertal

Warum sagen so wenige Menschen „Genug gejammert“?

Jammern gehört für viele Menschen schon fast zum Alltag. Und es finden sich hierfür die unterschiedlichsten Gründe. Da ist zum einen der Wunsch nach Beachtung und Aufmerksamkeit – manche Kinder beherrschen das nahezu perfekt.

In der Erwachsenenwelt ist dieser Grund auch noch oft vertreten – denken Sie nur an den berühmten „Männerschnupfen“. (Verzeihung, meine Herren, aber das passte gerade so gut.)

Es finden sich jedoch noch zusätzliche Phänomene wie das Jammern als soziale Strategie. Wer über zu viel Arbeit und Überlastung jammert, den lässt man in Ruhe und bürdet ihm nicht noch eine zusätzliche Aufgabe auf!

Ein anderes – fast sozial anerkanntes – Phänomen ist das Statusjammern. Wer am meisten über Stress zu klagen hat, ist auch bestimmt am wichtigsten, oder?!

Jammern ist demnach ein Klagen ohne Lösungsansatz. Und dieser ist in den meisten Fällen auch gar nicht gewollt.

 

Nehmen Sie nicht den „Highway to Hell“!

Das Blöde ist nur, Jammern zieht einen auf Dauer runter. Das, was im ersten Moment als „befreiend“ erlebt wird, mutiert bei andauernder Ausübung zum “Highway to Hell“, da die entsprechenden Nervenbahnen sich allmählich zu sechsspurigen Autobahnen herausbilden.

Wenn Sie also in Zukunft

  1. den Ärger über kleine Dinge umgehend loslassen,
  2. Fehler akzeptieren und aus ihnen lernen,
  3. Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit annehmen,
  4. Dinge, die Sie nicht ändern können, hinnehmen und
  5. flexibel mit Ihrer Zukunftsplanung umgehen,

dann sind Sie bereits auf einem guten Weg, wie wir ja bereits oben gesehen haben.

Darüber hinaus: Seien Sie sensibel in Bezug auf Ihre Sprache. Es klingt anders, wenn Sie sagen „Heute ist es heiß“ anstatt „Man, ist das wieder heiß heute!“

Und wenn Sie sich plötzlich in Gegenwart bestimmter Menschen unwohl und ausgelaugt fühlen, ohne genau zu wissen, warum, dann prüfen Sie mal kurz, ob Sie nicht vielleicht „passiv jammern“. Denn es gibt leider an bestimmten Orten noch kein „Jammerverbot“, und deshalb müssen Jammerer zum Jammern auch leider nicht ins Freie gehen.

Wenn Sie können, entziehen Sie sich dem Jammerer; wenn nicht, dann gehen Sie möglichst nicht auf sein Gejammer ein – das macht es nur schlimmer. Schalten Sie einfach auf „Durchzug“ und überlegen Sie sich kurz, worüber Sie sich heute schon so alles gefreut haben.

Wie Sie mit mindfulnessence Annehmen statt Jammern

Und vergessen Sie nicht, das, worüber Sie sich freuen und das, wofür Sie dankbar sind, abends in Ihre Achtsame Tagesplanung zu schreiben – regelmäßig, Tag für Tag! DAS ist die wirkungsvollste Strategie gegen das Jammern! Die passenden Einlagen dazu finden Sie hier bei X17* und hier bei X47*.

Sie haben auch noch Tipps gegen das Jammern oder sich schon einmal erfolgreich gegen das Passiv-Jammern gewehrt? Schreiben Sie es gerne in die Kommentare! Ich freue mich darüber und lese sie alle!

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