Aus Vorsatz wird Ziel

Vorsatz endet mit „Z“

Das Wort selbst gibt die Richtung vor!

Schon wieder etwas mit Buchstaben! Stimmt – erst letztens habe ich das System in meinem Artikel SOS Kurz-Meditation gegen Stress angewandt. Aber für mich als „Strukturjunkie“ ist dies eine sehr hilfreiche Methode, Themen zu verinnerlichen. Deshalb ist meine kurze, klare Hilfe „aus Vorsatz wird Ziel“ ebenso aufgebaut.

Und ja, ich weiß – dies ist nicht der einzige Blog in dieser Jahreszeit, in dem es um „die guten Vorsätze“ geht!

Man liest diese Artikel und sieht das auch alles mehr oder weniger ein. Man kennt vielleicht auch die so oft bemühte SMART-Formel und nimmt sich vor, das jetzt so zu machen.

Und dann vergisst man es wieder…

Warum? Vielleicht, weil SMART schon sooo oft herangezogen wurde? Die Gründe, warum wir etwas dann doch nicht durchhalten, mögen alle stichhaltig und einige sogar psychologisch fundiert sein.

Aber wir brauchen frischen Wind, mal eine andere Idee. Eine neue gehirngängige Guideline.

Eine Struktur, die so einfach ist, dass wir sie uns gar nicht groß merken müssen, denn sie steckt im Wort selbst: V O R S A T Z.

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Vorab

V = Vornehmen

“Im nächsten Jahr werde ich …“

Hier kannst du die Leerstelle durch alle beliebten Vorsätze ersetzen, die sich üblicherweise so finden: abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren, weniger arbeiten usw.

Deklinieren wir es am Beispiel „weniger arbeiten“ durch.

Im „V“-Stadium ist noch der Wunsch der Vater des Gedanken. Vielleicht kommen wir in den ersten beiden Januarwochen auch tatsächlich etwas eher nach Hause. Doch spätestens, wenn das neue Projekt ansteht, ist der alte Vorsatz schnell passé.

Damit dies nicht passiert, folgt nun der eigentliche Einstieg in die Struktur: Jede Stufe wird anhand von 2 Leitfragen durchlaufen.

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Schritt 1

O = Orientieren

In der Orientierungsstufe ist die 1. Leitfrage: “In welchen Lebensbereich gehört mein Vorsatz?“ Unser Beispiel passt demnach in den Lebensbereich „Beruf und Karriere“.

Nach dieser Einordnung prüft man anhand der 2. Leitfrage: “Passt er zu den anderen Themen dort?“, ob hier nicht ein möglicher Widerspruch zu anderen dort verankerten Zielen oder Wünschen besteht.

Das wäre der Fall, wenn ich mir gleichzeitig vorgenommen habe, im Neuen Jahr nun endlich die ersehnte Führungsposition einzunehmen oder das Mammut-Projekt XY auf die Strasse zu bringen.

Stellen sich Widersprüche heraus, gilt es zu klären, ob sie aufzulösen sind und der Vorsatz weiter verfolgt werden soll. Falls sie nicht aufzulösen sind, sollte man an dieser Stelle den Vorsatz ruhigen Gewissens verabschieden – das erspart spätere Frustration.

Sind keine Widersprüche vorhanden, dann geht es weiter zu Schritt zwei.

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Schritt 2

R = Relativieren

Bevor nun gleich enthusiastisch losgelegt wird, tun wir gut daran, mit der 3. Leitfrage: “Was muss ich dafür aufgeben?“ zu schauen, wo ein möglicher Nachteil unseres Vorsatzes liegen könnte. Spätere „Stolpersteine“ direkt im Voraus zu identifizieren, verhilft zur klareren Einordnung des neuen Verhaltens in unser Leben.

In unserem Beispiel könnte dies bedeuten, dass sich die Rolle im Arbeitsumfeld ggf. ändert. Wer konsequent pünktlich heimgeht oder vielleicht seine Arbeitszeit reduziert, der muss damit rechnen, dass er – je nach beruflichem Kontext – dann nicht mehr als der „Macher-Typ“ gilt. Hält das Ego das wirklich aus?

Ergänzend wirkt da die Leitfrage 4: “Was werde ich dafür erhalten?“ Wenn ich weniger arbeite, dann ist z.B. mehr Zeit für Familie und/oder Hobbys zur Verfügung. Hier bedarf es jedoch einer detaillierten Überlegung, was genau immer zu kurz gekommen ist, weil zu wenig Zeit zur Verfügung stand. Wie wird die gewonnene Zeit für Familie und/oder Hobby konkret ausgestaltet?

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Schritt 3

S = Spezifizieren

In Schritt 3 wird der einstige Vorsatz nun anhand der Leitfrage 5: “Welche Meilensteine setze ich?“ bereits ein wenig konkreter. Hier fließen Überlegungen ein, in welche größeren Teilschritte der Vorsatz zerlegt werden kann.

Z.B. Abstimmung mit den Kollegen;  Abstimmung mit dem Vorgesetzten

In der Leitfrage 6: “Was sind die Stationen dazwischen?“ werden die Meilensteine bzw. Teilschritte dann weiter heruntergebrochen, z.B.:

Abstimmung mit den Kollegen

  • Überblick über eigene Aufgaben / Projekte verschaffen
  • Überblick über Aufgaben / Projekte der Kollegen verschaffen
  • Idee entwickeln, was delegiert werden kann
  • Anreiz für Kollegen entwickeln: was kann ich geben?

Abstimmung mit dem Vorgesetztem

  • Ergebnis Gespräche mit Kollegen aufarbeiten
  • Gespräch mit Vorgesetztem vorbereiten

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Schritt 4

A = Aufschreiben

Schritt 4 ist dann die Vorbereitung der Umsetzung, indem ich die Meilensteine und Stationen mit der Leitfrage 7: “Welche Meilensteine sind als Zwischenziel wann erledigt?“ und der Leitfrage 8: “Welche Stationen sind als Unterziele wann erledigt?“ konkret terminiere.

Für unser Beispiel sieht das dann so aus:

Abstimmung mit den Kollegen bis 31.01.

  • Überblick über eigene Aufgaben / Projekte verschaffen bis 10.01.
  • Überblick über Aufgaben / Projekte der Kollegen verschaffen bis 15.01.
  • Idee entwickeln, was delegiert werden kann bis 20.01.
  • Anreiz für Kollegen entwickeln: was kann ich geben? bis 25.01.
  • mit Kollegen sprechen bis 31.01.

Abstimmung mit dem Vorgesetzten bis 15.02.

  • Ergebnis Gespräche mit Kollegen aufarbeiten bis 05.02.
  • Gespräch mit Vorgesetztem vorbereiten bis 10.02.
  • Abstimmung mit Vorgesetztem bis 15.02.

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Schritt 5

T = Tun

Die Planung ist durch – nun geht es an die Umsetzung. Daher gibt es in diesem Schritt auch keine Leitfragen mehr, sondern Aufgaben:

“1. Zwischenziele und Unterziele als Aufgabe in den Kalender eintragen!“

Und dann natürlich

“2. Zwischenziele und Unterziele umsetzen!“ Und zwar genau zu den zuvor festgelegten Terminen.

 

Aus Vorsatz wird Ziel: Zuletzt

Z = Ziel erreicht!

Am Ende wurde damit aus einem Vorsatz aufgrund der strukturierten Bearbeitung nun ein echtes Ziel, das in unserem Beispiel am 15.02. erreicht wäre.

 

Am Schluss noch einmal die Zusammenfassung der einzelnen Schritte als Prozessablauf, wie aus deinen guten Vorsätzen ganz einfach echte Ziele werden.

Speichere dir dieses Foto gerne als Strukturhilfe und nutze sie, wenn auch du das Neue Jahr mit guten Vorsätzen beginnen willst.

Und wenn du Hilfe brauchst, nimm gerne Kontakt zu mir auf. Dann arbeiten wir gemeinsam an deiner Zielfindung und deren Strukturierung. Darüber integrieren wir Achtsamkeit so in deinen Alltag, dass es für dich passt und du weißt, wie du deine Ziele erfolgreich und gelassen erreichen kannst!