FOMO – Fear Of Missing Out

Die Angst, etwas zu verpassen

„Sorry, das Angebot ist leider abgelaufen“ ist ein Horror-Satz für Menschen, die unter FOMO leiden.

Ich habe genau diesen Satz gerade gelesen. Und drunter stand sogar noch „You missed out!“

Aber ich verfiel nicht in die FOMO-Panik, denn ich beendete nur mein Experiment. Weil ich diesen Artikel schreiben wollte. Mir war nämlich ein Phänomen aufgefallen: Die Angst, etwas zu verpassen, nimmt zuweilen merkwürdige Formen an.

  • Sie ist zwar eine „Internet Krankheit“, doch sie ist gar nicht so neu
  • Sie stresst die Menschen da, wo sie eigentlich Entspannung suchen
  • Sie bremst die Menschen, obwohl sie eigentlich weiterkommen wollen

 

FOMO - Fear Of Missing Out

FOMO

So neu ist das gar nicht

FOMO ist eine „Internet-Krankheit“. Denn wo alle Informationen jederzeit verfügbar sind, sind auch all die Dinge, die man gerade nicht hat, nicht kann oder nicht tut, allgegenwärtig.

Da ist eine Flut von „verpassten Gelegenheiten“, die nur mit entsprechender Achtsamkeit als solche bemerkt und wieder losgelassen werden dürfen.

Da hatten die früheren Generationen es vielleicht sogar besser; die wurden nicht „dauerbeschallt“. Die kannten keinen Black Friday, Cyber Monday oder den Super-Sale bei Anbieter XY, der uns in regelmäßigen Abständen übers ganze Jahr verteilt entgegenblinkt.

Die Generationen hatten feste Termine: Die letzte Woche im Januar und die letzte Woche im Juli; auch bekannt als Winterschlussverkauf und Sommerschlussverkauf. Ich erinnere noch die Bilder, auf denen Trauben von Menschen vor den Kaufhäusern zu sehen waren. Die hatten auch alle Angst, etwas zu verpassen.

In letzter Zeit sah man das nur noch ab und an vor dem Apple-Store oder am letzten Samstagmorgen (06.03.2021) bei ALDI, der als erster Discounter die CORONA-Schnelltests für Privatpersonen verkaufte.

Jeder von uns macht gerne ein „Schnäppchen“ – das ist ganz legitim und macht Spaß. Und da darf es einen auch schon einmal ärgern, wenn man ein günstiges Angebot verpasst hat.

FOMO wird hier erst zum Problem, wenn die Freude am Schnäppchen umschlägt in Kaufsucht.

Damit dir das nicht passiert, hier mein Tipp, wie ich das immer bei IKEA mache, wenn diese Kleinteile-Abteilung einen dazu verleitet, alles Mögliche in die großen gelben Tüten zu stecken. Ich stelle mir die einfache Frage: „Brauche ich das WIRKLICH?“

Und dann höre ich zu, was meine Intuition mir sagt.

 

FOMO - Fear Of Missing Out

FOMO

Keine Feier ohne Meier

Ich habe für diesen Artikel meine Community gefragt, wann sie schon einmal etwas getan oder gekauft hätten, aus Angst, etwas zu verpassen.

Hier eine Antwort: „Bezüglich deiner 1. Frage sind es bei mir glaube ich häufig Veranstaltungen, sowohl privat als auch beruflich, auf die ich vielleicht keine wirkliche Lust habe, dann aber trotzdem teilnehme. Eben aus Angst, sonst vielleicht nachher nicht mitreden zu können, also etwas zu verpassen.“

Nun ist es in Präsenzform derzeit ja nicht möglich, an diversen Veranstaltungen teilzunehmen, aber schaut doch mal, wie viele Einladungen zu irgendwelchen Online-Netzwerken-Events euch tagtäglich auf den verschiedenen Wegen erreichen.

Und das in einer Schlagzahl, dass du mit dem Löschen gar nicht mehr hinterher kommst.

Oder FOMO hat sich auch schon bei dir eingenistet, und du nimmst teil an den zahlreichen Netzwerk-Events. So wie es in der Antwort oben steht, vielleicht aus Angst, nicht mitreden zu können?

Oder du hast ein Business und weißt, wie wichtig Kontakte sind. In den Firmen, in denen ich tätig war, hatte der Vertriebschef immer eine beeindruckende Visitenkarten-Sammlung. Und heute kann jeder die Anzahl deiner Freunde oder Follower sehen – und wehe, die ist zu mickrig.

Was hier die FOMO auslöst, ist das Urbedürfnis nach Zugehörigkeit. Wir hätten früher ohne Gemeinschaft nicht überlebt – heute hingegen darf du wieder lernen, dir auch einmal selbst zu genügen.

Wissen, um mitzureden, findest du auch in anderen Quellen, und – ganz wichtig – halte kurz inne und spüre, dass du genug bist, so wie du bist!

Und dann geh raus und auf andere Menschen zu, weil du weißt, wer du bist und Freude am Kontakt mit ihnen hast.

 

FOMO - Fear Of Missing Out

 

FOMO

Das gute Gefühl, doch alles zu tun

Es hagelt nicht nur Netzwerk-Einladungen. Die Social Media Kanäle sind voll von „gesponserten“ Links zu Webinaren, Masterclasses, Livetrainigs und Bootcamps.

Und alle haben nur ein Ziel: Sie wollen, dass du einen Online-Kurs kaufst oder in Form einer Mitgliedschaft für einen definierten Zeitraum in einen „XY-Club“ oder eine Mastermind-Gruppe eintrittst.

Ein Wort vorab: Online-Kurse, Online-Coachings und auch Memberships sind eine sehr gute Sache! Ich habe einige davon absolviert und biete auch selber entsprechende Programme an.

Und ich habe eine Menge gelernt in meinen beiden großen Kursen.

Wenn Kurse plötzlich zum Selbstzweck werden

Wenn du allerdings einen Kurs an den nächsten reihst, wird es jedoch kritisch.

Ein großer umfangreicher Kurs, den ich gemeinsam mit ca. 160 Teilnehmern begonnen habe, geht in zwei Wochen zu Ende. Als es um das Thema ging „Was geschieht danach“ beobachtete ich ein spannendes Phänomen: Einige Teilnehmer wirkten fast hilflos, irgendwie „lost“ ohne die Struktur des Kurses.

Zeitgleich launchten einige andere bekannte Anbieter, deren Inhalte auch in das Themengebiet unseres Kurses passten. Es gab unzählige Diskussionen in unserer Kurs-Facebookgruppe, ob und bei wem man denn weitermacht. Und einige Teilnehmer kauften den nächsten teuren Kurs.

Nachdem die Türen für einen dieser großen anderen Kurse dann wieder geschlossen waren, schob dasselbe Unternehmen eine „kleine“ Membership zum Sonderpreis direkt hinterher. So wurde die FOMO derjenigen beruhigt, die den großen Kurs nicht kaufen konnten oder wollten.

Und auch hier kauften einige Teilnehmer. Selbst ich spürte eine gewisse Unruhe in mir, wie ich denn nun weitermache.

Das Experiment

Also entschloss ich mich zu dem oben erwähnten Experiment: Ich verfolgte den großen Kurs des „fremden“ Anbieters bis zu dem Moment, wo die Türen schlossen. Und spürte es ganz bewusst, dieses Gefühl „etwas zu verpassen.“ Doch dann ließ ich es achtsam ziehen.

Und heute Nachmittag um 16:00h schloss dann die „kleine Membership“ des Anbieters die Türen ebenfalls. Den Text dazu könnt ihr am Beginn des Artikels lesen. Auch hier nahm ich die FOMO wahr und ließ sie vorüberziehen.

Denn meine These ist, dass FOMO dich nicht weiterbringt, sondern dich sogar davon abhält, deine guten Ideen tatsächlich umzusetzen – selbst wenn du glaubst, dass du doch jetzt gerade wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hast.

Du kaufst einen Kurs nach dem anderen, weil dir nicht nur FOMO ein Schnippchen schlägt, sondern vielleicht auch noch dein Impostor- bzw. Hochstaplersyndrom. Du hast Angst, noch nicht genug zu wissen und/oder zu können. Deshalb fängst du nicht an, dein Wissen praktisch umzusetzen. Und dabei hast du ein gutes Gefühl, denn du „tust“ ja etwas: Du hast den (nächsten) Kurs gebucht.

Und wie kommst du da jetzt raus?

Zunächst einmal: Es ist vollkommen in Ordnung, dass du unsicher bist. Es ist normal, dass du dich noch nicht fit fühlst für „die Welt da draußen“. Du darfst dein Bedürfnis nach Unterstützung ernst nehmen!

Aber du darfst auch einmal etwas Neues ausprobieren: Hol dir deine ganz persönliche Unterstützung! Hol dir jemanden, der mit dir – und nur mit dir – die nächsten Schritte geht. Mit dem du genauso über sachliche Fragen reden kannst, wie über deine Angst, immer noch nicht genug zu wissen oder nicht gut genug zu sein.

Arbeite mit einem Coach oder Berater,

  • der mit dir tief in dein Thema eintaucht,
  • der dein Mindset gemeinsam mit dir ausrichtet
  • und der dich darin unterstützt, dass du endlich deinen Ideen erfolgreich umsetzt.

Denn das wirst du!

Wenn du Lust hast, das einmal auszuprobieren, dann melde dich!