Das A&O im Selbstmanagement

Griechische Götter, ein Flughafen und Selbstmanagement

Beginnen wir unser November-Thema „Selbstmanagement mit mindfulnessence“ bzw. das „A&O im Selbstmanagement“ mit ein wenig griechischer Mythologie und einer Frage:

Was haben die Götter Chronos und Kairos mit Achtsamkeit & Organisation im Selbstmanagement zu tun?

Die alten Griechen hatten zwei Begriffe für Zeit und wie für so vieles natürlich auch die passenden Götter dazu.

Chronos ist der Gott der quantitativen Zeit, die sich im Verlauf ausdrückt. Chronologische Zeit kennt Vergangenheit und Zukunft. Sie kann geplant werden, doch plant man nicht achtsam, verliert man sich leicht in ihr. Und läuft Gefahr, chronisch erschöpft zu sein.

Chronologische Zeit prägt Erfahrungen und nährt Erwartungen. Diese wiederum fließen in die Planung der Zeit mit ein. Diese Planung ist das “O“, die Organisation im Selbstmanagement.

Die andere Zeit

Der Gott Kairos ist das “A“ im Selbstmanagement. Für ihn braucht es Achtsamkeit. Er ist der Gott der qualitativen Zeit, des Augenblicks – verankert im Hier und Jetzt.

  • Er taucht immer unerwartet auf.
  • Er hat geflügelte Füße, weil er schnell wie der Wind ist.
  • Er hat an der Stirn einen langen Schopf, um ihn ergreifen zu können.
  • Sein Hinterkopf jedoch ist kahl: wenn er vorbei gehuscht ist, kann man ihn nicht halten.

Soviel zur Theorie, hier nun ein Beispiel:

Chronos & Kairos am Flughafen

12:35 Uhr Flug nach Fuerteventura ab Frankfurt. Das bedeutet, sich gute zwei Stunden vorher am Checkin-Schalter einzufinden. Wir hatten Chronos ausreichend gehuldigt, waren früh losgefahren und kamen gegen 10:30 Uhr im Terminal B an.

Und da standen sie: gefühlte 300 Meter Schlange von Urlaubern – alle mit Ziel Kanarische Inseln. DAS konnte trotz früher Ankunft knapp werden! (Meinen Geburtstagsgutschein für den Duty Free Shop schrieb ich im Stillen schon mal ab).

Gelassen bleiben? – Gar nicht so einfach!

Ich kämpfte gegen den Impuls an, mich darüber aufregen zu müssen, warum die Urlauber nach Fuerteventura und die Urlauber nach Gran Canaria denn in EINER Schlange anstehen mussten. Da war doch was mit Gelassenheit und so? Und schließlich hatte ich am Morgen kurz vor der Abfahrt doch noch meditiert?

Also atmete ich tief durch und überließ es meinem Mann, während einer netten Unterhaltung mit anderen Wartenden den Gepäckwagen Zentimeter um Zentimeter vorwärts zu schieben.

Achtsamkeit oder wie man Kairos beim Schopf packt!

Ich schlenderte ein wenig in Richtung Anfang der Schlange kurz vor dem Schalter. Trotz strenger Beobachtung derjenigen, die bereits ganz vorne waren, entspannte ich mich und nahm die Situation um mich herum achtsam wahr.

Genau in dem Moment erschien er: Kairos! Er tauchte auf in Gestalt einer Flughafenangestellten mit neongelber Warnweste, die begann die Absperrbänder neu zu sortieren.

Man war auf die geniale Idee gekommen, einen zweiten Schalter zu öffnen! Und nun gab es einen Schalter für Gran Canaria UND einen für Fuerteventura – und genau vor dem stand ich gerade!

Ich lächelte, dankte dem Universum für meine Achtsamkeit, dem griechischen Götterhimmel für Kairos und winkte meinen Mann nach vorne.

(Und das mit dem Einlösen des Gutscheins im Duty Free Shop klappte dann auch noch: gelöst und nach edlem Parfüm duftend bestieg ich den Flieger.)

Und du?

Überlege DU doch einmal, wo dir Kairos vielleicht schon einmal begegnet ist. Hast du erkannt und ihn beim Schopf gepackt? Oder erkennst du ihn eher nicht, wenn er dir begegnet?

Keine Sorge, das kannst du lernen! Schritt für Schritt: In einem anderen Artikel erfährst du, wie dich Gewohnheiten und Rituale beim A&O im Selbstmanagement weiterbringen.