3 Tipps, wie du mit Ablenkungen umgehst

“Und immer kommt etwas dazwischen…“

Seit über einem Jahr haben wir eine angefangene Baustelle neben unserem Haus.

Der Erdhügel ist zwar alles andere als schön, sorgte jedoch noch nicht für Ablenkungen. Und auch der darüber schwebende Kran stand ewige Zeiten still.

Aber diese Woche Montag ging es los:

Früh am Morgen rückten zwei große Laster an und entluden Tonnen von schwerem Gerät sowie eine halbe Fußballmannschaft an Bauarbeitern.

Da war es aus mit der Ruhe!

 

Ablenkungen - Baustelle

Tipp 1: Mit Ablenkung von außen umgehen

Das sieht nach nichts aus – aber dieser gelbe Kasten rechts im Bild hat es in sich: Das ist ein riesengroßer Kompressor, der dementsprechend Lärm macht, wenn er angeschmissen wird.

Mein erster Gedanke war: „Flucht!“

Gemeinsam mit meinem Mann überlegte ich kurz, ob es Sinn macht, das Wohnmobil aus der Halle zu holen und tagsüber an eine Stelle zu fahren, die ruhiger ist.

Das aber hätte bedeutet: Wasser tanken, Kühlschrank vorkühlen, Lebensmittel einräumen – und abends dann Chemietoilette reinigen. Und wenn zwei Leute gleichzeitig Online-Calls haben, dann ist das im Wohnmobil auch eher suboptimal.

Der zweite Gedanke war: „Meine noise-cancelling AirPods pro!“

Dann höre ich den Lärm zwar nicht mehr, aber ich höre auch alles andere nicht; und das über Stunden. Auch blöd!

 

Es gab keinen Schutz, es gab kein Entrinnen. Doch es gab eine Erkenntnis:

Ich erinnerte mich an die ersten Zeilen des Gelassenheitsgebetes der US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Was ich nun brauchte, war also Gelassenheit, denn ich hatte weise erkannt, dass ich das Getöse da draußen nicht ändern kann. Also war das einzige, das ich tun konnte, mich damit zu arrangieren.

Wenn dich also eine Ablenkung von außen von deinem Tun abbringt, dann stelle dir diese zwei Fragen:

  • Kann ich es ändern?
  • Will ich es ändern?

Und wenn ja, dann habe den Mut, es zu ändern!

Wenn du es nicht ändern kannst und/oder willst, dann brauchst du die Gelassenheit, die Ablenkung von außen hinzunehmen.

 

Ablenkungen - Meditation

Tipp 2: Mit Ablenkung von innen umgehen

Keine Angst – wenn Meditation nichts für dich ist, dann musst du jetzt nicht aufhören zu lesen. Es gibt auch andere Wege, mit Ablenkung von innen umzugehen… .

Wobei – Meditation ist nicht schlecht. Wenn du Lust hast, dann lies mal meinen Blogartikel zum Thema Intuition. Da erfährst du, wie du deine Intuition immer fitter machst. Auch ein Weg, Ablenkung von innen zu stoppen.

Aber was ist denn nun eigentlich mit „Ablenkung von innen“ gemeinst?

Echt fies – da gibt es gleich mehrere Spielarten:

Gedankenkarussell

Kennen wir alle – wieder und wieder kaust du die gleichen Gedanken durch. Und die drehen sich entweder um etwas, was in der Vergangenheit liegt und werden oft eingeleitet mit „hätte ich doch bloß“ oder auch „hätte ich doch bloß nicht“.

Oder sie drehen sich um etwas, das in der Zukunft liegt und dir Sorge oder Angst bereitet. Die typischen Anfänge lauten hier „was ist, wenn“ oder „was ist, wenn nicht“.

Solche Gedanken kannst du stoppen, indem du dir bewusst einen Abstand zu ihnen gönnst.

Je nach deiner Erfahrung kann das Szenario wechseln. Bei mir ist es immer ein große Reithalle mit einer riesigen Zuschauertribüne. Unten auf dem weichen Hallenboden wuseln die Gedanken wie junge Pferde, die in der Halle freilaufen dürfen. Ich aber sitze da oben und schaue ihnen MIT ABSTAND zu.

Wenn du mit Pferden nichts am Hut hast, tust auch ein Fußballstadion, in dem die Gedanken die Spieler sind, die übers Spielfeld flitzen. Oder eine Eiskunstlauf-Halle, denn so manche Gedanken drehen ja ganz schön kunstvolle Pirouetten.

Gefühlschaos

Oft tritt neben dem Gedankenkarussell auch noch ein solches Gefühlschaos auf, dass dies für die perfekte Ablenkung von innen sorgt.

Wenn es Schuldgefühle oder Scham sind, die dich immer wieder von deinem Vorhaben, was JETZT gerade dran ist, abbringen, dann halte mal bewusst inne. Schau nicht mehr weg, sondern schau dir dieses Gefühl genau an.

Mag sein, dass das damals wirklich blöd oder peinlich war. Ist so! Und jetzt ist es vorbei. Also mach einen Haken dran.

Wenn dir das jetzt zu salopp klingt, dann versuch es mal mit folgendem Szenario, das ich gerne für mich anwende. Ich stelle mir vor, neben meinem Schreibtisch liegt so ein gemütliches kuscheliges Hundebett. Und da dürfen die Gefühle es sich dann gemütlich machen, während ich weiterarbeite.

Mag sein, dass die Gedanken „was ist wenn“ oder „was ist, wenn nicht“ von oben dich nicht alleine ablenken, sondern auch noch Gefühle von Angst und Sorge mit im Gepäck haben? Und die rauben dir dann jede Konzentration auf das, was du JETZT erledigen willst.

Hier gibt es einen wunderbaren Satz, den ich im Coaching auch immer wieder meinen Kunden sage, wenn wir an dem Punkt sind, wo wir genau diese Themen anschauen.

Dieser Satz lautet: „Kein Leid vor der Zeit!“ – und bedarf eigentlich keiner weiteren Worte mehr… .

 

Ablenkungen - Knäuel

Tipp 3: Mit der Bewertung von Ablenkung umgehen

Hast du’s gemerkt? Ich habe mit meinen zwei Fragen „kann ich es ändern?“ und „will ich es ändern?“ das Gelassenheitsgebet oben ein wenig abgeändert.

Die Frage „will ich es ändern“ geht über das reine Können hinaus.

Auch wenn es Außenstehenden sehr oft unverständlich erscheint, warum manche Menschen eine für sie unvorteilhafte Lage nicht einfach ändern, die Gründe dafür können sehr vielschichtig sein.

Und oftmals sind sie so im Verborgenen, dass die Betroffenen sie selbst nicht kennen.

Was ich damit meine? Nehmen wir ein klassisches Beispiel, das wir in der Psychologie mit „Krankheitsgewinn“ bezeichnen:

Eine Person leidet an einer bestimmten Krankheit, doch obwohl sie es eigentlich könnte, bemüht sie sich nicht wirklich um aktive Genesung. Durch die Krankheit hat sie nämlich erfahren, dass sie Zuwendung von anderen bekommt und/oder sich um bestimmte Dinge nun nicht mehr kümmern muss, weil sie ja dafür zu schwach ist.

Das ist nun ein etwas plattes Beispiel, jedoch gibt es das durchaus auch im Business-Kontext, ohne dass sich die betroffenen Menschen dessen bewusst sind.

Wenn du wieder und wieder eine Aufgabe im Business vor dir herschiebst, weil „ja immer etwas dazwischen kommt“, dann schau mal genauer hin. Willst du diese Ablenkung wirklich abstellen?

Ich sehe dich gerade die Stirn runzeln: „Was kann ich dafür, wenn andauernd das Telefon klingelt!?“

Stimmt! Du kannst nicht dafür, wenn dich jemand anruft. Aber du kannst dafür sorgen, dass es dich nicht ablenkt. Entweder du stellst das Telefon auf lautlos oder sogar ganz aus oder du lässt es einfach klingeln, wenn du gerade mitten in einer Aufgabe steckst.

Letzteres schaffen allerdings die wenigsten und ehrlich, mich würde das auch nerven.

Dieses Beispiel war jedoch recht einfach. In der Arbeit mit meinen Kund:innen sind die Fäden allerdings oft sehr viel verworrener. Im Coaching kommen wir meist sehr schnell an den Punkt, an dem es nicht mehr um Zeitmanagement geht, sondern um die Psychologie hinter der ganz persönlichen Art sich zu organisieren

Da gilt es die Fäden zu entwirren und gemeinsam die Lösung für Prokrastination und Verzetteln da zu finden, wo die meisten noch gar nicht gesucht haben.

Wenn du ahnst, dass bei dir auch mehr dahintersteckt, warum du dich immer wieder ablenken läßt, dann schnapp dir einen meiner wenigen Termine im Monat, die ich mir freihalte, um mit Menschen wie dir in einem kostenlosen Gespräch zu schauen, ob wir das Chaos-Knäuel gemeinsam in ein Achtsames Selbstmanagement transformieren können (UND wollen 😉 ).

Und dann ist auch Schluss mit der ewigen Ablenkung!